Nostalgiebad ist noch eine große Baustelle


Förderverein spendete 10.000 Euro - Anschwimmen voraussichtlich am 24. März

Treffen zur Spendenübergabe: Ortstermin vor der neuen Verrohrung der Filteranlage. Foto: BL

Treffen zur Spendenübergabe: Ortstermin vor der neuen Verrohrung der Filteranlage. Foto: BL

Bad Bodendorf. Der Termin für das Anschwimmen steht: Ab 6 Uhr am Gründonnerstag, 24. März werden die Härtefans des Bad Bodendorfer Nostalgiebades ihre ersten Bahnen schwimmen. Doch noch ist das Schwimmbadgelände eine einzige große Doppelbaustelle. Dabei gibt es eine geplante Baustelle. Für rund 95.000 Euro lässt die Stadt Sinzig zur Zeit einen neuen behindertengerechten Sanitärbereich bauen.

Die Arbeiten liegen im Zeitplan und nicht nur Sinzigs büroleitender Beamter Hans-Joachim Weiß hofft darauf, dass die Handwerker rechtzeitig fertig werden. „Wenn wir keinen Wintereinbruch bekommen, sollte dies klappen“, so Hans-Joachim Weiß zu den Bauarbeiten, die das Bad weiter erheblich aufwerten werden. Bereits für diese Maßnahme hatte der Förderverein um seinen Vorsitzenden Hans Diedenhofen 10.000 Euro lockergemacht.

Noch im Rohbau - die neuen behindertengerechten Sanitäranlagen. Foto: BL

Noch im Rohbau - die neuen behindertengerechten Sanitäranlagen. Foto: BL

Aber im nostalgischen Thermalbad hat sich mittlerweile auch eine zweite vollkommen unplanmäßige Baustelle aufgetan. Die lässt sich am besten in dem Wort „Filterkatastrophe“ zusammenfassen. Denn die im Jahr 1986 eingerichtete Enteisenungsanlage ist am Ende ihrer Lebensdauer angekommen.

Eigentlich war ein Austausch erst für das Jahr 2017 oder für das Jahr 2018 vorgesehen. Doch nun fallen außerplanmäßig noch einmal 45.000 Euro an. Die Enteisenungsanlage sorgt dafür, dass nicht die historische braune Brühe, sondern kristallklares Heilwasser im Schwimmbad schwappt. Doch die 1.000 Luftdüsen und die rund 16 Tonnen gebrannter Quarzkies müssten komplett ausgetauscht werden.

Dies gilt vor allen Dingen für die Verrohung der Anlage, die seit 1986 der Sonneneinstrahlung ausgesetzt war und dessen Kunststoff mittlerweile „verglast“ war. „Es bestand jederzeit die Möglichkeit von Brüchen, die Anlage war so einfach nicht betriebssicher“, erläuterte Schwimmbadpächter Frank Riffel.

Förderverein hat „alles zusammengekratzt“

Für diese unplanmäßigen Ausgaben überreichte der Förderverein nun jüngst erneut eine Spende über 10.000 Euro. Diese stammt aus Mitgliedsbeiträgen des 450 Mitglieder starken Vereins, aus vielen Spendengeldern aber auch aus den Erlösen, wie der Beteiligung am Kunst- und Weihnachtsmarkt. „Wir haben alles zusammengekratzt, was wir hatten“, erläuterte Vorsitzender Hans Diedenhofen diese für den Verein ja ebenfalls außerplanmäßige Spende.

Und Hans Diedenhofen stellt einen Grundsatzstandpunkt klar. „Ohne unsere Spende hätte das Einbußen für die Stadt und die anderen Stadtteile bei der Haushaltsplanung bedeutet. Aber wir möchten unser Freibad als Bad Gesamtstadt verstanden wissen“, so Hans Diedenhofen. Bei der Stadt, beim Förderverein und auch bei Pächter Frank Riffel besteht nun die Hoffnung, dass die Arbeiten rechtzeitig abgeschlossen werden können.

Ein großes Lob für das Engagement des Fördervereins auch für die ehrenamtliche Arbeit vor der Saison und nach der Saison gab es von Sinzigs Bürgermeister Wolfgang Kroeger, der ebenfalls zur Spendenübergabe und zum Ortstermin gekommen war. Immerhin hat der Förderverein seit dem Jahr 2012 nicht nur ungezählte Stunden ehrenamtliche Arbeit ins Bad gesteckt, sondern den Betrieb auch mit rund 40.000 Euro unterstützt. Damit wurden unter anderem Umwälzpumpen, der Beckenboden oder die Kinderrutsche finanziert.

Quelle: BLICK aktuell 27.02.2016